Neubau der CAME-Gruppe in Kempen: Nachhaltigkeit ist eine Investition in die Zukunft
Die CAME-Gruppe investiert massiv in den Neubau in Kempen. Geschäftsführer Martin Krohn gibt im Interview für die WZ Sonderausgabe "Starke Wirtschaft am Niederrhein" einen Überblick über das Unternehmen, die strategische Ausrichtung und die Bedeutung des Neubaus für den Niederrhein.
Herr Krohn, warum hat man sich bei der CAME-Gruppe für den Standort Kempen entschieden? Warum ist der Niederrhein so attraktiv, auch im Hinblick auf Ihre Zentrale in Baden-Württemberg, und wie sieht der Zeitplan aus?
Martin Krohn: Die Entscheidung für Kempen war eine logische Konsequenz unseres starken Wachstums. Wir sind bereits seit der Corona-Pandemie im Technologie- und Gründerzentrum (TZN) in Kempen verwurzelt. Die hervorragende Infrastruktur des Niederrheins, die Nähe zu den Ballungszentren Nordrhein-Westfalens und die exzellente Autobahnanbindung machen den Standort strategisch unschlagbar. Während unser Standort im Raum Stuttgart sowie unser Stützpunkt in Österreich weiterhin die lokale Präsenz im Süden sichern, bündeln und zentralisieren wir in Kempen nun unsere Kompetenzen. Hier entsteht unsere moderne Drehscheibe für den deutschen Markt. Der Neubau ermöglicht es uns, Personal zu bündeln, die Logistik zu optimieren und unsere Kapazitäten massiv auszubauen. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir im Sommer dieses Jahres unsere neuen Räumlichkeiten beziehen und den Standort Kempen damit offiziell zu unserer neuen Heimat machen.
„MORE THAN TECHNOLOGY“ ist Ihr Leitsatz. Wie sieht das Portfolio der CAME-Gruppe heute aus und was unterscheidet Sie vom Wettbewerb?
Krohn: CAME steht für Lösungen, die das Leben komfortabler und sicherer machen, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen. Wir sind heute weit mehr als ein Hersteller von Torantrieben. Unser Portfolio umfasst die gesamte Bandbreite der Gebäudeautomatisierung: von Zufahrts- und Zutrittskontrollsystemen über Parkplatzmanagement bis hin zu Hochsicherheitslösungen wie Roadblockern und zertifizierten Hochsicherheitspollern für den öffentlichen Raum. Unser gesamtes Portfolio umfasst: Hoftor- und Garagentorantriebe, Schrankenanlagen und Parksysteme, Zufahrts- und Zutrittskontrolle, Drehkreuze, Drehsperren und Sensorschleusen, Automatische Türen, Videosprechanlagen, Schnelllauftore, Verkehrs- und Hochsicherheitspoller, Roadblocker, Smart Home Raumthermostate und Pergola. Als 100-prozentige Tochter des italienischen Herstellers CAME SpA sind wir Teil eines globalen Netzwerks, das in 118 Ländern aktiv ist. Was uns vom Wettbewerb unterscheidet, ist die Kombination aus globaler Innovationskraft und einer tiefen menschlichen Komponente. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen verzeichnen wir ein Wachstum von über 56 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Das zeigt: Clevere, mutige Entscheidungen und ein starkes Team machen auch in Krisenzeiten den Unterschied.
Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Welche Rolle spielt ökologische Verantwortung konkret bei Ihrem Neubau?
Krohn: Nachhaltigkeit ist für uns kein Modewort, sondern eine Investition in die Zukunft des Standorts und zudem auch Teil unseres „Green Energy“-Konzepts in der gesamten Unternehmensgruppe. Wir schöpfen technisch aus den Vollen: Auf dem Dach installieren wir eine leistungsstarke 98-kW-Photovoltaikanlage zur Eigenstromversorgung. Die Wärmeversorgung erfolgt über moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen in Kombination mit effizienter Brennwerttechnik, während Thermowände, ein kontrolliertes Belüftungssystem und eine Dachbegrünung für eine optimale Energieeffizienz sorgen. Auch im Außenbereich setzen wir Zeichen mit Wildblumenwiesen und der Pflanzung regionaler Gehölze. Dies wird ergänzt von unserem lokalen Engagement wie etwa der Spende von 100 Bäumen für das Projekt „NRW pflanzt“. Zudem fördern wir die Mobilitätswende durch eigene E-Auto-Ladestationen.